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So wird deine Juli-Pflanze groß und stark


Das erwartet dich:


Kurzanleitung zum Ausdrucken

Keine Lust, dein Handy mit in den Garten oder auf den Balkon zu nehmen? Dann druck dir doch einfach unsere Kurzanleitung im DIN-A4-Format aus:


Starten

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Keimtemperatur: 20–25 °C
  • Keimdauer: 14–18 Tage
  • Direktsaat im Freiland: Apr.–Aug.
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Eher nährstoffarme, durchlässige Böden
  • Reihenabstand: 20 cm
  • Dicht aussäen (2 cm) und später auf 15 cm vereinzeln
  • Lichtkeimer: Samen nur andrücken
  • Fruchtfolge beachten: Keine Kohlgewächse in den letzten drei Jahren
  • Blätter können kontinuierlich geerntet werden
  • Mehrjährig: Überwinterung im Beet oder im Topf
  • Rückschnitt im Frühjahr
  • Typ: Schwachzehrer

Es gibt kaum eine Gemüsepflanze, die gleichzeitig so pflegeleicht, schnellwachsend und lecker ist wie die Rauke (auch „Rucola“). Sie ist das i-Tüpfelchen auf jeder Pizza, verschönert aber auch deinen Garten oder deine Fensterbank mit ihren zarten, gelben Blüten. Sogar auf halbschattigen West- oder Ostbalkonen wird sie nicht müde, immer wieder neues, herzhaftes Grün hervorzubringen.

Was dir die Arbeit noch erleichtert: Die Rauke sät sich gerne selbst aus. Für die erste Aussaat solltest du einen Termin zwischen April und August wählen.


Ansäen

Das brauchst du:

  • Topf oder Balkonkasten, Tiefe ca. 15 cm
  • Pflanzerde/Kräutererde
  • Ballbrause, Sprühflasche, Gießkanne
  • Im Freiland Boden etwas auflockern

Ziehe zuerst eine oder mehrere flache, angedeutete Rillen (Abstand 20 cm) in deinem Beet oder Balkonkasten. Im Topf entfällt dieser Schritt. Dann reißt du dein Samenpapier in möglichst kleine Schnipsel und legst diese im Abstand von 2 cm mit der Schrift nach unten auf die angefeuchtete Erde. Die Samen werden deshalb so eng gesät, weil nicht immer alle aufgehen.

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Die Wilde Rauke ist ein Lichtkeimer. Bedecke die feinen Samen daher nicht mit Erde und drücke sie stattdessen mit einem kleinen Brettchen oder deinen Fingern vorsichtig an.

Halte die Samen bis zur Keimung stets feucht. Bei der Aussaat im Topf oder Balkonkasten solltest du außerdem darauf achten, dass sich keine Staunässe bildet. Verwende am besten Töpfe mit Drainagelöchern.

Wenn sehr viele der Samen aufgehen, musst du die Keimlinge etwas ausdünnen, indem du die schwächeren von ihnen auszupfst. Die ausgewachsenen Pflanzen sollten einen Abstand von ca. 15 cm zueinander haben. Du kannst natürlich versuchen, die aussortierten Pflänzchen an anderer Stelle wieder einzusetzen.


Standort

Rucola ist sehr robust und gibt sich als Schwachzehrer gerne auch mit nährstoffarmen, durchlässigen Böden zufrieden. Du solltest ihn nicht zu sehr düngen, da er sonst überschüssiges Nitrat in den Blättern einlagert. Den Standort wählst du am besten sonnig bis halbschattig.

Krankheiten und Schädlinge

Da Rucola zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler gehört (z.B. zählen dazu auch Radieschen, Kohl, Brokkoli, Blumenkohl, Senf), sollten wenn möglich in den letzten 3 Jahren keine Pflanzen dieser Familie am selben Standort angebaut worden sein. Ansonsten können sich folgende Krankheiten und Schädlinge leicht ausbreiten:

  • Kohlerdflöhe
  • Falscher Kohlmehltau
  • Andere Kohlkrankheiten

Der beste Schutz gegen Erdflöhe ist das Anbringen eines engmaschigen Kulturschutznetzes bereits kurz nach der Keimung und die Einhaltung einer Kulturpause zu anderen Kreuzblütlern. Gerade in kleinen Gärten ist Letzteres aber nicht immer möglich. Beobachte deine Pflanzen genau und wähle bei starkem Schädlingsbefall ggf. im nächsten Jahr einen neuen Standort.

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Hier kann man gut die kleinen Fraßlöcher der Erdflöhe erkennen.

Beetnachbarn

Gut: Knoblauch, Petersilie, Ringelblume, Salat, Schnittlauch, Zwiebel

Schlecht: Erbse, Kresse, Meerrettich, Sellerie, Senf, Kohl und weitere Kreuzblütler


Pflege

  • Im Topf regelmäßig gießen
  • Im Freiland nur bei Trockenheit gießen, die langen Pfahlwurzeln erreichen auch tiefer liegendes Wasser
  • Keine Düngung notwendig
  • Beet von Unkraut freihalten
  • Einfache Überwinterung, im Frühjahr Blätter auf 5 cm zurückschneiden

Ernte und Lagerung

Bereits nach einigen Wochen kannst du die ersten jungen Blätter ernten. Die Rauke schmeckt aber auch noch, wenn du sie ein bisschen größer und buschiger werden lässt. Die Blätter werden dann etwas fester und noch herzhafter im Geschmack. Schneide sie nicht zu kurz ab, um den Vegetationspunkt nicht zu verletzen – so treiben immer wieder neue Blätter aus.

Von Mai bis September blüht die Wilde Rauke und versorgt verschiedene Insekten mit Nektar. Auch während der Blüte kannst du die Blätter essen, die Pflanze bildet aber nicht mehr ganz so viel Grün wie davor. Wenn du mehr ernten möchtest, solltest du die Blüten entfernen.

Frisch lagern lässt sich der Rucola nicht sehr lang, in ein feuchtes Küchentuch geschlagen bleibt er im Kühlschrank nur wenige Tage knackig. Ernte am besten nach Bedarf. Du kannst die Blüten und Blätter haltbar machen, indem du sie in Öl einlegst oder zu einem leckeren Pesto verarbeitest (siehe unten). Zum Einfrieren eignet sich Rucola nicht.


Genießen

Wie du sicher aus eigener Erfahrung weißt, lassen sich mit den herzhaft-scharfen Blättern der Rauke die leckersten Pizzavariationen und Salate kreieren. Die Kombination von Rucola mit frischen Tomaten und Parmesan wird deine Geschmacksnerven in himmlische Sphären versetzen. Gib die Blätter aber unbedingt erst nach dem Backen auf die Pizza – Hitze zerstört den Geschmack und die Vitamine.

Besonders bei einer reichen Ernte lässt sich aus den Rucolablättern ein herzhaftes Pesto herstellen.

Du brauchst:

100g Rucola

50g Parmesan

50g Pinienkerne

1 Knoblauchzehe

120 ml Olivenöl

2 TL Salz

Rucola Rauke Pesto Schneidbrett Knoblauch

Die Rucolablätter waschen, putzen und zusammen mit den übrigen Zutaten pürieren oder mixen. In heiß ausgespülte Gläser abgefüllt, hält sich das Pesto im Kühlschrank mehrere Monate und verleiht einem großen Teller Pasta als Topping einen Hauch Italien.

Noch dazu ist Rucola wegen seiner Scharfstoffe sehr gesund. Sie stärken das Immunsystem und wirken antibakteriell. Außerdem enthält die Pflanze viele Vitamine und Mineralstoffe.

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