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So wird deine Dezember-Pflanze groß und stark


Das erwartet dich:


Kurzanleitung zum Ausdrucken

Keine Lust, dein Handy mit in den Garten oder auf den Balkon zu nehmen? Dann druck’ dir doch einfach unsere Kurzanleitung im DIN-A4-Format aus:


Starten

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Keimtemperatur: 6–10 °C
  • Keimdauer: 14–40 Tage
  • Direktsaat im Beet oder auf dem Balkon: Mai–Juni
  • Direktsaat in kaltem Raum: Februar–April
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Lockerer, nährstoffreicher Boden
  • Wurzeltiefe: 25 cm
  • Reihenabstand: 30 cm
  • Pflanzenabstand: 2–4 cm
  • Saattiefe: 1–2 cm
  • Typ: Mittelzehrer
  • Ausdünnen: sobald sich das erste richtige Karotten-Blattpaar gebildet hat (nur bei zu geringem Pflanzabstand nötig)
  • kann zur Vermehrung überwintert werden

Nein, die Karotte „Ochsenherz“ hat nicht zu viele Kekse genascht, und sie ist auch nicht in viiieeel zu harter Erde ausgesät worden – die alte Sorte soll genau so sein: klein, stumpf, aber sehr süß und lecker. Durch ihre kurze Wurzel braucht sie nach unten nicht so viel Platz und kann daher wunderbar in Töpfen auf dem Balkon oder auf schweren Böden angebaut werden.

Karotte "Ochsenherz" mit Grün auf Schneidbrett
Die Karotte "Ochsenherz" ist zwar etwas kürzer als ihre Artgenossen, aber nicht weniger aromatisch.

Ab März kannst du die späte Lagersorte im Gewächshaus, verschließbarem Frühbeet oder unter dem Folientunnel aussäen. Im Freilandbeet startest du am besten erst Anfang Mai bis Juni mit der Direktsaat.

Für die Aussaat im Winter im Topf benötigst du einen kühlen, hellen Raum. Eine Pflanzenlampe kann den Keimlingen zusätzliches Licht spenden. In jedem Fall solltest du mit der Aussaat bis Februar warten, damit deine Jungpflanzen genug Sonnenenergie zum Wachsen tanken können.

Wenn du einen sehr schweren, lehmhaltigen Boden hast, solltest du ihn zwei Wochen vor der Aussaat auflockern, von Unkraut befreien und mit reifem Kompost, ggf. auch mit Sand anreichern.


Ansäen

Das brauchst du:

  • Topf oder Balkonkasten mit Drainageloch, Tiefe ca. 25 cm
  • Pflanzerde mit Kompost
  • feine Gießkanne
  • Im Freiland Boden etwas auflockern und mit Kompost anreichern

Zerreiße dein Samenpapier in kleine Stücke.

Im Beet: Lege die Schnipsel im Abstand von 2–4 cm entweder in vorbereitete, angefeuchtete Rillen (Abstand 30 cm, Tiefe 1–2 cm) oder drücke die Samen im entsprechenden Abstand in die lockere Erde. So kannst du auch im Balkonkasten vorgehen.

Vorteil bei der Aussaat in Reihen: Du kannst die kleinen, grünen Keimlinge später leichter von Unkraut unterscheiden.

Karotten-Keimlinge in Beet
Karotten-Keimlinge sind gerade für Anfänger:innen oft gar nicht so leicht von Unkraut zu unterscheiden. Die Aussaat in Reihen gibt dir einen Anhaltspunkt, ob du das junge Grün stehenlassen und wo du es entfernen solltest.

Im Topf: Befülle deinen Topf mit Pflanzerde und bohre mit deinem Finger 1–2 cm tiefe Löcher im Abstand von 2–4 cm in die Erde. Jetzt verteilst du die Samen auf die Löcher und verschließt diese wieder.

Alles gut angießen und für die nächsten Wochen feucht halten, damit deine Karotten während der Keimung nicht austrocknen. Erde allerdings auch nicht verschlämmen, sonst können die Wurzeln nicht richtig in die Tiefe wachsen.

Vorkeimen möglich: Wenn du die Keimdauer der Samen etwas verkürzen möchtest, legst du sie vor der Aussaat in ein Glas mit Wasser oder in einen Beutel mit feuchtem Sand und stellst Glas oder Beutel an einen warmen Ort. Schon nach ein paar Tagen zeigen sich die ersten weißen Keimspitzen. Jetzt heißt es: Den Sand oder das Wasser gleichmäßig in den Saatrillen oder in deinen Töpfen verteilen und mit 1–2 cm Erde bedecken.


Ausdünnen/Vereinzeln

Wenn du den Pflanzabstand von 2–4 cm nicht einhalten konntest oder zu viele Samen nebeneinander aufgehen, musst du die Karotten ausdünnen. Dazu entfernst du zu eng stehende Pflänzchen. Im Beet geschieht dies am besten bei Regenwetter, um keine Möhrenfliegen anzulocken. Übrigens: Du kannst die überschüssigen Möhren auch ernten, sobald sich eine kleine Wurzel gebildet hat – die Baby-Karotten schmecken roh besonders süß und zart. Das funktioniert aber nur, wenn sie zumindest 1 cm voneinander entfernt wachsen. Ansonsten muss ein Keimling weichen.

Karotten Jungpflanzen in Hand mit Erdresten an den Wurzeln
Möhren mögen es gar nicht, umgepflanzt zu werden, da schon junge Pflanzen relativ tiefe Pfahlwurzeln ausbilden, aus denen später die Karotte entsteht. Daher solltest du sie immer direkt an ihrem Bestimmungsort aussäen und ggf. vereinzeln – ein Pikieren überleben die zarten Wurzeln meist nicht.

Standort

Manchmal sind Möhren schon kleine Divas: Der Boden sollte bitte locker sein, aber auch nährstoffreich. Sonnig mag es die Karotte schon, aber den ganzen Tag will sie auch nicht in der sengenden Hitze stehen, sonst fällt ihre frische, grüne Frisur zusammen oder ihr schickes orangenes Kostüm platzt auf. Genug Platz zum Wachsen nach oben und nach unten ist eine Selbstverständlichkeit. Zumindest im letzten Punkt ist aber die Karotte Ochsenherz etwas genügsamer: Sie benötigt nicht ganz so viel Platz nach unten und der Boden darf auch ein bisschen schwerer sein. Ohne ein sonniges bis halbschattiges, nährstoffreiches Plätzchen wird es aber auch ihr schnell ungemütlich und sie bildet keine große Rübenkörper aus.

Gute und schlechte Nachbarn

  • Gut: Dill (erhöht die Keimfähigkeit der Karotten), Lauch, Zwiebel, Pfefferminze, Radieschen, Rettich, Salat, Tomate, Erbsen (lockern den Boden)
  • Schlecht: Rote Beete, Sellerie

Pflege

  • Bis zur Keimung durch vorsichtiges Gießen feucht halten.
  • Danach erst bei Trockenheit gießen, sonst platzen die Wurzeln auf; Feuchtigkeit der Erde mit dem Finger überprüfen.
  • Im Kübel häufiger gießen.
  • Keine Düngung notwendig.
  • Um die Köpfe der Karotten Erde anhäufeln, damit sie nicht grün werden.
  • Unkraut per Hand entfernen, um die Wurzeln und Rüben nicht zu verletzen.
  • Regelmäßig zwischen den Reihen hacken oder harken.
  • Dünne, luftdurchlässige Mulchschichten halten den Boden feucht und locker.
Wurzelansatz einer Karotte, nah. Schnecke im Hintergrund
Sobald die orangene Rübe aus der Erde schaut, kannst du sie ernten. Doch Vorsicht: Auch Schnecken lieben das frische Grün der Karotten und können sie mitunter bis auf den Stumpf kahlfressen.

Krankheiten und Schädlinge

  • Gegen die Möhrenfliege: Erde anhäufeln, mit Netz abdecken, windige Lage wählen; erst nach 3 Jahren wieder Karotten im selben Beet anbauen.
  • Zwiebeln als Beetnachbarn halten die Möhrenfliege ebenfalls von den Karotten fern.
  • Gegen gefräßige Schnecken hilft eine mechanische Barriere aus Blech oder ein Schutzring aus Kaffeesatz um das Beet (muss nach jedem Regen wieder erneuert werden).

Ernte und Lagerung

  • Sobald die orangefarbene Rübe aus der Erde schaut, kannst du ernten.
  • Je größer die Wurzeln werden, desto intensiver ihr Geschmack.
  • Frühe Baby-Karotten sind süßer und milder.
  • Erde mit einem Spaten vorsichtig lockern und Rüben am Grün herausziehen.
  • Am besten nach Bedarf ernten.
  • Schrumpelige Karotten für ein paar Stunden in ein Glas mit Wasser stellen, dann werden sie wieder knackig.
  • Karotten für Eintöpfe können auch eingefroren werden.
  • Karottengrün nach Ernte abdrehen, um Wasserverlust zu vermeiden, und zu Pesto verarbeiten

Die Sorte Ochsenherz eignet sich besonders gut als Lagerkarotte. Sollten dir im Herbst noch Möhren übrigbleiben, kannst du sie beispielsweise in einer mit Sand gefüllten Wanne im kalten Keller lagern. Vorher das Grün abdrehen, damit sie nicht austrocknen.


Genießen

Klar, Karotten dürfen in keinem Eintopf fehlen und auch eine gute Sauce Bolognese kommt nicht ohne die gekochten Wurzeln aus. Eigentlich verleihen sie allen möglichen Gerichten eine süß-warme Note, so zum Beispiel auch einem herbstlichen Kürbis-Curry:

Du brauchst:

  • 1 kleinen Kürbis (z.B. Hokkaido oder Spaghetti)
  • 3 mittelgroße Karotten
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Öl zum Anbraten
  • Currypulver oder Currypaste
  • 1 Flasche eingekochte Tomaten oder 1 Dose stückige Tomaten
  • 1 Dose Kokosmilch, Sahne oder pflanzliche Sahne
  • Salz und weitere Gewürze (Piment, Kardamom, Kreuzkümmel, …)
  • Frisches oder gefrorenes Koriandergrün
  • Saft von einer Limette
  • Ggf. Cashewkerne
Kürbiscurry mit Reis in einer Schüssel, daneben ein Holzlöffel
Wer Koriander mag, streut ein wenig davon über das Curry.

Zubereitung

1. Kürbis je nach Sorte schälen und in kleine Stücke (Seitenlänge ca. 1,5 cm) schneiden. Karotten in Scheiben schneiden.

2. Zwiebeln fein würfeln, Ingwer und Knoblauch sehr klein schneiden.

3. Öl in einer großen Pfanne erwärmen, Zwiebeln, Currypaste und Gewürze darin anschwitzen. Kürbis und Karotten hinzugeben, reichlich salzen und etwas Hitze zugeben.

4. Gemüse unter Rühren etwas anbraten und mit Wein oder Wasser ablöschen (beim Ablöschen mit Gemüsebrühe vorher weniger salzen).

5. Nachdem der Alkohol verflogen ist, Tomaten dazugeben und mit so viel Flüssigkeit auffüllen, dass alles bedeckt ist.

6. Jetzt ist es Zeit für Ingwer und Knoblauch.

7. Je nach Größe der Gemüsestücke ca. 10 Minuten bei geschlossenem Deckel köcheln lassen, zwischendurch Garpunkt überprüfen.

8. Kokosmilch oder Sahne hinzugeben und abschmecken (ggf. mit Salz, Curry, Piment, usw. nachwürzen)

9. Zuletzt Limettensaft, Koriandergrün und nach Geschmack Cashewkerne einrühren. Dazu Basmatireis servieren.

Karotten-Pastinaken-Salat

Etwas Frische in die dunkle Jahreszeit zaubert ein Karotten-Pastinaken-Salat. Einfach Karotten und Pastinaken fein raspeln, Essig und Öl zugeben und mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und frischen Kräutern würzen.

Pesto

Karottengrün macht sich püriert mit Olivenöl, Salz, Pinienkernen und Parmesan übrigens gut als Pesto.

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