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Endlich ist er da: der Sommer. Doch mit den Sonnenstrahlen steigt auch das Wasserbedürfnis von Gemüse & Co. Wie du deine durstigen Gesellen auf dem Balkon und im Freiland am besten mit dem kühlen Nass versorgst, erfährst du hier.

Wenn sich vor Eisdielen kilometerlange Schlangen bilden und am Badesee kein Waschlappen mehr zwischen die Decken passt, sind das untrügliche Zeichen dafür, dass er endlich da ist: der Sommer.

Mit den Temperaturen steigt jedoch nicht nur unser Bedürfnis nach Eis und Abkühlung, auch einige Gemüsesorten denken nur noch an das eine: Wasser. Wenn es länger nicht regnet, muss man selber nachhelfen. Für das Gießen gibt es ein paar einfache Regeln, die du beachten solltest.

Halbvoll oder halbleer: Welches Gemüse braucht wie viel Wasser?

Bevor du jetzt mit der Gießkanne losziehst, lies zunächst nach, ob dein Gemüse ein durstiger Geselle ist. Kartoffeln zum Beispiel lechzen nur während der Knollenbildung nach zusätzlicher Feuchtigkeit, Erbsen musst du erst dann gießen, wenn über längere Zeit keine Regenwolke am Himmel zu sehen ist (gilt natürlich nur für Beetgemüse, nicht für Topfkulturen!). Stabtomaten hingegen sind insgesamt sehr trinkfreudig und auch die Zucchini nimmt es dir übel, wenn du sie nicht gut genug gießt: als Retourkutsche beschert sie dir bittere Früchte.

Im Gegensatz dazu überstehen viele Kräuter eine Trockenperiode richtig gut: Thymian und Salbei brauchen keine tägliche Extraportion Wasser, auch Oregano kann Trockenheit gut wegstecken. Da reicht es, bei Topfkulturen alle paar Tage nachzuhelfen. Basilikum und Schnittlauch jedoch freuen sich, wenn du sie öfter gießt. Dabei aber bitte nicht auf die Blätter, sondern direkt auf die Erde gießen – sonst schaffst du ein Einfalltor für Pilze und andere Krankheiten.

Befindet sich in den Übertöpfen bzw. Untersetzern auch nach 20 Minuten noch Wasser, schüttest du es weg, um Wurzelfäulnis durch Staunässe zu vermeiden.

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Bitte nicht: Pflanzen duschen. Nasse Blätter sind nämlich die Einladungskarte für sämtliche Pilzkrankheiten. Deswegen gießt du Pflanzen immer direkt am Wurzelballen. Wenn du davor noch eine Mulchschicht um sie herum ausbreitest, vermeidest du, dass beim Gießen Wasser hochspritzt und so die Pflanzen nass werden.

Alles Gute kommt von unten: dein Gartenboden

Einen Hinweis darauf, wie oft du gießen musst, liefert dir dein Gartenboden: Hast du einen Sand- oder Lehmboden? Der erste kann Wasser nicht speichern, da es einfach durchläuft, der zweite ist so verdichtet, dass er das Wasser gar nicht aufnehmen kann. In beiden Fällen musst du den Boden verbessern. Wie du erkennst, welchen Boden du hast und wie das Verbessern geht, kannst du in sämtlichen Gartenfachbüchern nachschlagen.

Auch wichtig: Wachsen deine Pflanzen in Töpfen oder im Freiland in der Erde? Topfkandidaten musst du nämlich öfter bewässern, da die Wurzeln aus keinem tiefliegenden Wasserreservoir schöpfen können.

So gießt du deine Pflanzen richtig

Wer durstige Pflanzen hat, darf alle paar Tage seine bzw. ihre Morgenroutine um ein paar Handgriffe erweitern:

  • Am besten gießt man morgens, bevor die Sonne an Kraft gewinnt und nass gewordene Blumen und Kräuter verbrennt. Gießt du abends, ebnest du den Schnecken den Weg zu ihrem Pflanzenbankett, da sie auf feuchtem Untergrund besser vorankommen. Tagsüber verdunstet das Wasser schneller und Gemüse mit haarigen Blättern verbrennt im Sonnenlicht, da die einfallenden Sonnenstrahlen auf die Wassertropfen treffen und der Brennglaseffekt erzeugt wird.
  • Wer eine Regentonne hat, nimmt daraus das Wasser – Regenwasser „schmeckt“ den Pflanzen am besten, da es nicht so viel Kalk enthält wie unser Trinkwasser.
  • Muss man auf Leitungswasser zurückgreifen, lässt man es am besten ein paar Stunden stehen. So erwärmt es sich, was den Pflanzen besser bekommt, und der Kalk kann sich ein wenig absetzen.
  • Besser wässert man einmal richtig kräftig als jeden Tag nur ein bisschen; bei Kübeln darf es ruhig unten heraustropfen – so weiß man, dass auch die unteren Wurzeln etwas zu trinken bekommen.
  • Vergiss nicht: Du gießt deine Pflanzen, du duschst sie nicht. Halte also den Wasserstrahl direkt an den Wurzelbereich. Blätter von Tomaten sollten nie nass werden, da so die Kraut- und Braunfäule entstehen kann. Auch Basilikum kann Kopfduschen nicht ausstehen.
  • Hast du gerade Jungpflanzen ins Beet oder in einen größeren Topf gesetzt? Dann musst du auch diese stetig wässern. Sogar bei Regenwetter. Denn der Wasserstrahl aus der Gießkanne spült Erde an die Wurzeln, sodass diese Fuß fassen und die Pflanzen loswachsen können.
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Sämlinge müssen kräftig gegossen werden, damit ihre Wurzeln von Erde umspült werden und sie wachsen können.

Kräftiges Gießen fördert das Wurzelwachstum: Gießt man nur ein wenig, entwickeln die Pflanzen oberflächliche Wurzeln und stecken keine Energie in das Tiefenwachstum. Das müssen sie aber, um sich bei großer Trockenheit mit Wasser aus der Tiefe versorgen zu können.

Wenn du unsicher bist, ob du schon wieder gießen solltest, steckst du einen Finger richtig tief in die Erde. Denn die Oberfläche trocknet im Sommer schnell ab und kann dich zu einem vorschnellen Gießkanneneinsatz verleiten.

Hurra, es regnet!

Wenn es endlich regnet, kannst du dir oft eine Runde Gießen im Garten sparen. Jedoch trügt der Schein manchmal und deine Pflanzen brauchen trotzdem eine zusätzliche Wassergabe. Als Faustregel kannst du dir merken: 1 Liter Wasser durchfeuchtet auf 1 m2 1 cm Boden. Wie viel es tatsächlich geregnet hat, kannst du gut nachvollziehen, indem du einen kleinen Messbecher an einem Stock befestigst und in dein Beet steckst.

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Mit so einem Messbecher kannst du leicht überprüfen, wie viel es tatsächlich geregnet hat und ob du noch selbst nachhelfen musst.

Die goldene Dreierregel: Mulchen, Hacken, Regenwasser auffangen

In Zeiten des Klimawandels müssen wir uns auch über unseren Wasserverbrauch Gedanken machen. Hier bekommst du noch drei Tipps, wie du weniger oft auf das kostbare Nass aus der Leitung zurückgreifen musst:

  1. Man schützt den Boden vor Verdunstung, indem man stets eine Mulchschicht auf der Erde ausbringt. Das geht ganz leicht: Man kann dafür angetrockneten Rasenschnitt, Laub oder große Blätter (z.B. Rhabarberblätter) verwenden und legt diese einfach rund um die Pflanzen auf die Erde. Hast du einen sandigen Boden, ist Mulchen das Mittel gegen Wasserverschwendung.
  2. Hacken! Denn einmal hacken spart zweimal gießen. Wenn du rund um deine Pflanzen vorsichtig die Erdoberfläche bearbeitest, zerstörst du die Kapillaren. Durch diese Luftröhrchen gelangt Feuchtigkeit aus dem Boden an die Luft. Wenn du diese Verbindung unterbrichst, bleibt das Wasser länger in der Erde gespeichert.
  3. Regentonnen aufstellen – Wasser, das vom Himmel fällt, ist kostenlos und bekommt deinen Pflanzen besser als unser kaltes, kalkhaltiges Leitungswasser.
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Trockener Boden macht sich bemerkbar durch Risse. Diese verschwinden, wenn du hackst und danach zum zusätzlichen Verdunstungsschutz eine Mulchschicht um die Jungpflanzen ausbringst.
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